Mittwoch, Januar 31, 2007

Ein Liebesbrief

Wenn man auf eine Reise geht ist das auch immer eine Chance eine Reise zu sich oder in sich selber zu machen. Ich gebe zu, die Reisen die ich mir selber zumute...also die Reisen in mir, sind nicht immer sehr positiv. Im Gegenteil alles was mit mir und in mir ist ist erstmal nicht gut. Vielleicht der Durchschnitt, aber das ich es mal richtig super finde was ich da gerade angestellt habe oder auch nicht....passiert selten. Also eine falsche Bescheidenheit. Die besten Sätze die ich gestern gehört habe waren:

Du hast 30 Jahre schlecht über das Leben gedacht, dann versuche doch mal das Gegenteil! Kann doch nichts passieren.

und

Auch beim schlecht machen gilt:
Gleiches Recht für Alle!


Klasse diese Sätze. Denn egal was mir passiert oder auch eben nicht passiert, verwende ich immer gegen mich. Anstatt das Messer auf die Anderen zu richten, die vielleicht eine viel größere Klatsche haben, richte ich es auf mich. Bums! Das ist auf Dauer nicht gesund. Am Wochenende stand ich zwischen einer Menge Menschen und fragte mich was sich so falsch anfühlt. Klaro bezog ich es auf mich. Ich kann keinen Spaß haben und ich bin ja so arm dran etc. Aber 2 Tage später musste ich mir eingestehen, dass das einfach nicht mehr mein Lebensinhalt ist und war. Sue hatte es schon 3 Jahre zuvor gemerkt. Ich jetzt! Diese Sache hat mir über einen schweren Lebensabschnitt geholfen und der ist nun verdaut. Also zum größten Teil. Was für viele Menschen in meinem Alter selbstverständlich ist entdecke ich jetzt. Mein Verstand weiss es aber das Gefühl dazu war nie da. So langsam kommt es aber. Es schleicht sich ein. Das Gefühl "Ich kümmer mich jetzt um mich und meine wirklichen Interessen". Wenn ich irgendetwas erlebe und mich nicht gut fühle, ist das das Gefühl vielleicht am falschen Ort zu sein und etwas Neues auszuprobieren. Nicht zu klammern oder zwingend zu bleiben. Das passt einfach nicht zu mir und fertig. Jetzt bin ich vielleicht nicht mehr 19 sondern gerade 21 geworden. So langsam fällt der Groschen. Zwar sehr langsam und mit Bedacht, aber es passiert. Es tut gut sich zu orientieren, aber letztendlich ist es wichtig was ich bin und was ich mache. Vielleicht bin ich gerade dabei aus meinem Dornröschenschlaf zu erwachen. Vielleicht versuche ich nicht immer das Böse in Anderen und vorallem in mir zu suchen. Und deshalb widme ich mir heute selber dieses wunderschöne Lied:

Kommentare:

christoph hat gesagt…

ich kenn das, das hast du schön beschrieben.

rene hat gesagt…

Wo es auch hingeht, es bleibt spannend... Ich finde ja "gebrochene" Lebensläufe sehr viel toller als "gradlinige", denn die sind meistens nur mit Geld gekauft. Echt Läufe des Lebens sind aber schwer mit Gold aufzuwiegen, egal wie steinig die auch sein mögen.

Du packst das. Du packst alles. Und wenn mal nich, dann pack ich für Dich.