Mittwoch, Juni 27, 2007

Das Schalentierbüro der besonderen Öffentlichkeitsarbeit


Also, zwei Krebse und ein Skorpion in einem Büro. Meine Lieblingskollegin ist auch Krebs, aber ein total untypischer. Praktisch das Gegenteil von mir. Das ist manchmal ganz gut, denn dann kriege ich einen kleinen Tritt in den Hintern und schon läuft es wieder. Nun ist die Kollegin S. (komisch Frauen die mit S. beginnen verstehen sich wohl immer gut) Redakteurin usw. und sitzt mir im Rücken (räumlich). Kollegin S. verwöhnt uns ständig mit süßen Leckereien. Langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Außerdem kann ich mich wunderbar über Klatsch und Tratsch, Mode und Musik (außer Genesis!) mit ihr unterhalten.

Heute nahm sie ihre Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit allerdings sehr übertrieben ernst.

Mir ist nämlich gestern ein kleines Missgeschick unterlaufen, dass ich heute Morgen vor meinem Termin feststellte. Nachdem Termin traf ich im Büro ein und musste umgehend mein Missgeschick gerade rücken.
Ich rief also in der Berufsschule an.

Ich: Guten Morgen. Mein Name ist S.S. ich habe montags und dienstags Berufsschule und bin in der Klasse SK66c bei Herrn Bö. und habe gestern ausversehen das Klassenbuch mit nach Hause genommen. Muss ich das sofort wieder abgeben oder reicht es nächste Woche?

(Kollegin S. fällt hinter mir vor Lachen vom Stuhl)

Sekretärin: Bei wem hatten Sie denn die letzten Stunden?

Ich: Beim Direktor. Der hat nicht nach dem Klassenbuch gefragt und deshalb habe ich es ganz in meiner Tasche vergessen.

Sekretärin: OK, kein Problem ich sage bescheid. Es reicht bis nächste Woche.

Ich lege auf und Kollegin S. lacht nun richtig. Erzählt mir eine Geschichte von einer mitgenommenen Arbeit in ihrer Schulzeit. So, aber nun kommen ja ab und an viele Leute zu uns ins Büro, sozusagen über den Tag verteilt der ganze Verband.
Und so betrieb Kollegin S. heute eine ausgeprägte mündliche interne PR-Aktion.

Besonders nett war die Reaktion des Geschäftsführers:

Beide stehen hinter mir am Stuhl und warten auf einen Ausdruck.

Kollegin S.: Wir haben eine ganz schlaue und forsche Auszubildende!

Geschäftsführer völlig überzeugt: Ja, das haben wir!

Kollegin S.: Die nimmt sogar die Klassenbücher mit nach Hause.

Geschäftsführer lacht und geht raus.

So ging das den ganzen Tag.
Ich gehe jetzt in die Wanne und lese das Klassenbuch. Hoffentlich fällt es mir nicht noch ins Wasser.

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