Sonntag, Juni 17, 2007

So kurz vorher,...

...um es genau zusagen: 11 Tage vor meinem 31. Geburtstag fange ich wieder an etwas emotionaler zu werden. Das ist mit meinem Sternzeichen auch kein Wunder, und dieses Jahr folgt auch gleich der Vollmond. Das kann ja nur ein Gefühlsdrama werden. Aber mal ehrlich, 31 Jahre alt zu werden ist noch mal ein Schritt weiter als 30. Klar, ist ja auch ein Jahr mehr. Eigentlich sollte ich hier sitzen und Rechnungswesen lernen, habe ich auch ungefähr für 20 Minuten, doch meine Gedanken gehen immer wieder zu mir und meinem Leben zurück. Gestern Abend habe ich seit 1.5 Jahren in meinem Tagebuch, dass ich mir einst mit Lieblingsmotiven gebastelt hatte, endlich mal einiges mit einem Stift niedergeschrieben. Die Tränen kullerten vor Freude, vor Wut, vor Angst, vor Spaß,vor Stolz,vor Sehnsucht und was man sonst noch so alles empfinden kann. Es tat gut, und der Unterschied zu einem Tagebuch im Internet ist riesengroß.
Ich habe es tatsächlich vermisst. Ich habe mein altes Tagebuch vermisst. Im letzten Jahr hat sich viel verändert. Beruflich und privat. Aber ich merke, wie es mich weiterbringt. Manchmal geht es mir zu schnell. Da kommen meine Gefühle mit der Realität nicht mehr nach. Und dann ist der Moment, wo ich alte langjährige Freunde wieder aufsuche. Gestern erhielt ich diesen Text von einer Freundin, die als sie diesen Text für sich niederschrieb, sofort auch an mich denken musste:

In manchen Momenten kommt mein Leben mir vor, als wäre ich aus Versehen in eine Filmszene geraten und bin nun auf einmal Schauspieler und Zuschauer in einem. Es wirkt von hier auf jetzt alles irreal, obwohl ich etwas völlig alltägliches tue. Im Regen an der Bushaltestelle stehen zum Beispiel. Den Schirm auf der Schulter abgelegt, wartend und die
durch den Regen vorbeieilenden Menschen beobachtend, fühlte ich mich plötzlich, als könnte ich diese Szene "Mädchen im Regen, wartend" von außen beobachten. Ich fand sie hübsch, wie sie da stand und ein wenig verträumt in die Welt blickte.



Viele neue Erkenntnisse habe ich einfach durch Erlebtes erfahren dürfen. Nur innerhalb eines Jahres. Und vorallem stelle ich mir die wichtigen Fragen endlich einmal. Will ich eine Familie und Kinder? Wie weit soll mein Erfolg im Job gehen? Ich komme mir gefestigter vor. Selbst wenn ich alleine bleiben würde, wäre das ja auch nicht schlimm. Ich habe ja mich. Und ich frage mich ernsthaft, wenn man erkannt hat, dass das eigentliche Problem die Nähe ist,hat man dann überhaupt eine Chance sich ernsthaft zu verlieben oder generell auf einem normalen Weg Zuneigung zuzulassen. Es passiert mir ständig. Ich lerne Menschen in meiner Stadt kennen, und bis auf Suzi, Christina und Ahmed lasse ich in meiner unmittelbaren Umgebung keinen an mich ran. Ich fühle mich bedrängt, wenn man sich jeden Tag über Sms bei mir meldet. Die die mich aus der Entfernung kennen werden jetzt vielleicht überrascht sein. Aber es ist so. Ich klammer mich an Menschen in der Ferne. Das Leben ist doch krank. Aber was wäre das Leben ohne ein Laster. Vielleicht liegt ja die Lösung in der Erkenntnis. Soeben habe ich einen wunderschönen Satz gehört:

Jetzt bist du nicht mehr die Prinzessin, die nach ihrem Traumprinzen sucht, sondern die Königin in deinem eigenen Leben.




Vielleicht ist es ja wirklich so. Die Raupe entwickelt sich vielleicht langsam zu einem Schmetterling. Vielleicht aber auch nicht. Und soll ich euch etwas sagen: Das ist mir gerade eben egal. Hauptsache ich behalte meine Emotionen und Sehnsüchte. Ich glaube diese Angst ist die Größte. Angst meine kindliche, verspielte Art mit dem Erwachsen werden zu verlieren. Ich mich selber, denn an sich lässt sich ja immer eine andere Person finden.

Keine Kommentare: