Mittwoch, August 15, 2007

Ganz woanders (bei mir)

Und auch zu diesem Text passt ein Lied vom neuen Album.



Gerade eben habe ich ein wunderbares Interview von Heike Makatsch zu ihrem neuen Film gelesen. Ich weiss, dass in solchen Interviews und Artikeln oft genau die Themen angesprochen werden, die uns Frauen in diesem Alter beschäftigen. Aber die Aussage besonders in der heutigen Zeit "jung und flexibel" zu sein, um im Job erfolglichreich zu sein, um einer gewissen Schicht von Männern zu gefallen, ist einfach klasse. Klar, will man das auch, um sich selber zu gefallen. Aber ab und an verliert man sich im Stress und im Eifer, so dass man gar nicht auf sein Herz hört. Will man es überhaupt? Ist es das wert? Man bemerkt plötzlich, dass man aus einer Phase seines Lebens herauswächst-aber in welche Phase wachse ich hinein? Zurück kann man nicht mehr, aber wohin geht es? Besser kann man es nicht ausdrücken. Und wirklich: Unsere Eltern hatten es leichter. Abitur, Studium, Heirat, Kinder kriegen. Im Gegensatz zu unserer Generation. Es ist wunderschön so viele Möglichkeiten zu haben, aber dadurch fängt man ständig wieder von vorne an und zweifelt an den Entscheidungen. Es ist alles so schnelllebig geworden. Man kommt nicht hinterher. Ich auf jeden Fall nicht immer. Ich habe noch eine Digicam aus dem Jahr 2001. Wenn ich das Ding aus der Tasche hole, werde ich immer wieder gefragt wie alt die Kamera denn sei. Eigentlich so unwichtig. Hauptsache ich kann Erinnerungen festhalten, um schöne neue Dinge zu erleben. Ok, ich kann keine superhippen Minihandtaschen benutzen. Aber ist das so wichtig? Nein.

In einem gibt Heike mir sehr viel Mut, denn sie sagt " Ich habe erst spät gelernt, dass ich gern für mich bin". Und dann sagt sie noch " Es gab Zeiten, da wollte ich jeden damit volltexten, was gerade furchtbar war- in der Beziehung, im Leben. Jedes Gespräch drehte sich um das Gleiche, um das Sich-nicht-lösen-können, um Traurigkeit.

Herrlich. Kenne ich irgendwie. Aber ich bin froh, dass ich trotz alle dem noch lachen und fröhlich sein kann. Ich weiss nur, dass ich gerade sehr in eine andere Lebensphase übergehe. Kann man ja auch sehr oft hier lesen. Ich bemerke Dinge, die eigentlich schon lange so sind. Das ich an Menschen festhalten will, die eigentlich gar keine Freunde sind, da sie viel zu weit entfernt sind. Die völlig anders sind, die im Alltag nicht bei mir sind, und die auch nicht bei sind, um einfach zu fragen wie es mir so geht. Bin ich out wenn ich sage, dass ich pro Woche vielleicht eine wirklich wichtige Mail bekomme. Oder ist es peinlich? Nein, mir ist es nicht peinlich. Ich weiss dadurch einfach nur, wer wirklich an meinem Leben teilnimmt und Freude daran hat.

Genauso schlimm finde ich zurzeit einschlägige Frauenzeitschriften. Egal in welche man einsieht, es geht immer um "noch-besser-noch-toller-noch-hipper".Ich weiss, dass war schon immer so. Aber ich habe das Gefühl es wird immer extremer. Es gab eine Zeit, da habe ich die topgestylten Frauen bewundert. Das tue ich manchmal immer noch. Es sieht alles so perfekt aus. Die Handtaschen können noch so groß sein, bei diesen Frauen ist der Inhalt der Handtasche genauso perfekt aufgeräumt, wie die Haare und Schminke sitzt. Ihr wisst was ich meine?

Und was wird jetzt aus mir? Ich lerne die Einsamkeit. Ich will es lernen, denn ich fühle das der nächste Schritt mein größter Wunsch ist. Und was soll ich sagen? Ich hätte nicht gedacht,dass dieser Wunsch so bald auftaucht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für diese tollen Worte, die so eindringlich beschreiben, wie es bei mir auch so aussieht ( und dabei bin ich doch sieben Jahre zu spät für die Quarterlife Crisis )
Anneke

La Fille hat gesagt…

danke dir. heißt du mit vornamen anneke???

Anonym hat gesagt…

Ja, wie die Schauspielerin - oder heisst sie nach mir :-) Ich wollte jedenfalls mal *Guten Tag* sagen, nachdem ich hier schon einige Zeit mitlese....

silli hat gesagt…

herzlich willkommen. freue mich über leser und auch über kommentierer ;)