Donnerstag, Januar 17, 2008

Versöhnung verschoben

Schon immer hatte ich ein Problem mit meiner Heimatstadt. Beruflich habe ich mich nach vielen Jahren endlich mit ihr versöhnt. Ich habe einen tollen Arbeitsplatz mit einem guten Betriebsklima. Doch im Privatleben ist Hannover nicht meine Stadt. Gerade eben war wieder so ein Moment. Ich freue mich seit Dezember auf diesen Termin in der Faust. Poetry-Slam mit Sarah Kuttner. So fuhr ich mit meinem kleinen Auto in Richtung Linden und ca. 20 Minuten um den Block, um mir dann anzuhören, nachdem mind. 30 Leute kurz vor knapp an mir vorbei gingen weil sie auf der Gästeliste standen, dass die Veranstaltung mit 300 Leuten schon völlig überfüllt wäre. Den Flyer, den man mir für den nächsten Monat andrehen wollte, lehnte ich ab. Typisch Hannover! Warum macht man soviel Werbung, wenn man eh nur 200-300 Menschen in den Saal bekommt. Oder vielleicht 50 weniger Leute auf die Gästeliste nehmen. Ich bin sauer. Hannover ist eine Freizeitniete. Ich will hier raus, aber eigentlich noch nicht. Ich gehe gleich mein Kissen verprügeln. Keine Angst, ich bin eigentlich immer lieb. Leider!

Und weil wir einmal da sind, na da bleib'n wir auch gleich hier und machen bei dem Thema weiter. Versöhnen konnte ich mich im letzten Jahr nicht wirklich mit der Männerwelt. Ich habe sie alle gern, aber warum treffe ich nur die, die nie wissen was sie wollen. Hier eine kleine Zusammenfassung:

1. Im Januar fuhr ich zu einem Mann, den ich seit 2001 oder 2002 kenne. Es war immer eine vertraute, besondere Stimmung zwischen uns. Wir erzählten uns, wenn wir zweimal im Jahr aufeinander trafen, so ziemlich alles was uns in der Zeit in der wir uns nicht sahen, bewegte. Irgendwann wurde der Kontakt mehr. Wir schrieben täglich SMS, telefonierten und jeder interessierte sich für den Alltag des anderen. Dann nach 6 Monaten fuhr ich ans andere Ende von Deutschland, um ihn zu besuchen. Wir waren sehr aufgeregt, und es war ein sehr schöner Abend. Doch am nächsten Tag hatte er seine Launen, und ich war abgeschrieben. Vielen Dank auch. Ich hätte viel Geld und Zeit sparen können, wenn ich nicht auf mein Herz gehört hätte, sondern auf meinen Verstand. Der zweite Mann im letzten Jahr war sogar der Meinung das Mann Nr.1 tatsächlich Interesse an mir hätte.

2. Kommen wir zu Mann Nr. 2. Seit 2006 war ich ihm verfallen. Er hat mir gut getan, und zeigte mir die wirklich schönen Seiten des Lebens . Die kannte ich vorher auch schon, aber bei ihm war das noch ein Tick besser. Aufeinmal sah ich sowas wie einen Selbstwert, doch mit meiner Unsicherheit (weil er einfach nicht zu mir passte) machte ich sogar die Freundschaft kaputt. Aber letztendlich wollte er auch nur Sex.

3. Vollidiot. Anfänglich war er sehr nett. Diesmal wollte ich nichts überstürzen, und ging deshalb drei Monate mit ihm aus. Irgendwann knutschten wir, und einen Monat drauf lagen wir im Bett. Ich hatte nicht wirklich Spaß, denn er hatte eine komische Art an sich. Nachdem ich ihm das mitteilte, sagte ER folgende Worte: Ich dachte ich könnte wenigtens mit dir bumsen!

AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!! Raus aus meiner Wohnung. Wie lange kann man(n) eigentlich sein wahres Gesicht verstecken? Noch vier Wochen danach konnte ich nicht mehr an Sex denken, ohne das es mich geekelt hat. Das war auch mein erster und letzter Mann mit Glatzkopf. Wenn ich diesen Text lese, könnte man meinen er wäre ein Bodybuilder gewesen, aber sowas traue ich mir nicht zu. So benebelt bin ich noch nicht.

Zwischendurch kam dann mal wieder Mann Nr.2.

4. Mann Nr.4 hat mir bis vor einer Woche sehr viel Kummer gemacht. Unser erstes Treffen nach 2 Jahren war wundervoll. Wir waren im Wald joggen etc. Es war sehr vertraut. Doch er hatte eine Freundin. Wir trafen uns immer öfter, doch er wollte sich nicht trennen. Irgendwann konnte ich nicht mehr und beendete die Treffen. Ich bin mir für die zweite Geige doch etwas zu schade. Am Ende des Jahres teilte er mir die Trennung von seiner Freundin mit. Was ich davon halten soll....ich kann es nicht sagen.... Ich mochte ihn sehr, aber jemand der fremdgeht...

Also, die Versöhnung mit der Männerwelt hat also auch noch nicht stattgefunden. Warum ist das alles immer so schwierig, und warum können Männer nicht einfach mal ehrlich sein? Warum rennen sie weg, wenn es ernst wird ? Warum laufen sie weg, wenn es Ärger gibt?
Wie soll ich bei diesen komischen Gestalten jemals Vertrauen aufbauen? Wo kann man nur den Froschkönig treffen? Ich will verdammt nochmal keine Kröten mehr küssen. Kröten sind schleimig und böse.

Und warum schreibe ich immer schlechter?

Kommentare:

SyrelSnyr hat gesagt…

Tust Du gar nicht! Ich habe Deinen Beitrag bis zum Ende gelesen und das hätte ich nicht getan, wenn ich ihn schlecht gefunden hätte... :)
Aber ich kann Dich beruhigen: Mann hat auch so seine Schwierigkeiten mit der Frauenwelt.

Dr Sno* hat gesagt…

Der Trick ist, glaube ich, einfach in nichts ein System oder etwas Allgemeines zu vermuten. Selbst wenn der hundertste Prinz wieder nur ein doofer Frosch war, macht das den 101. nicht zur potentiellen Kröte.

Anneke hat gesagt…

Abhaken und weitermachen. Frösche küssen kann ja auch Spass machen - und warum bin ich zu blond für die Kommentarfunktion
Gruß aus Hamburg

silli hat gesagt…

@syrel
ja, ok ;)

@sno
ja doch ;)

@anneke
ja, frösche würden spaß machen, wenn man nicht ständig auf kröten treffen würde. grüße zurück an meine zweite heimat.

Christoph hat gesagt…

also entweder "noch 1000 frösche küssen mit 999 kröten drunter" oder "keinen frosch mehr küssen - keine kröte aber auch kein prinz"?

ich wüßte, welche version ich nehmen würde! ;)