Montag, November 02, 2009

Vom Tanzen zum Ursprung

Meine Großeltern sind für mich die größten Helden. In den 70zigern, als ich gerade geboren war, wanderten sie halbjährlich in ihr kleines apartamento in Calpe aus. Dort überwinterten sie bis im Sommer die Touristen kamen. Mitte der 80ziger kauften sie sich ein kleines Häuschen in Buena Vista bei Calpe. Das war der Moment, wo ich mit meinen Eltern das erste Mal nach Spanien gefahren bin. Jedes Jahr im Sommer und Winter fuhren oder flogen wir zu meinen Großeltern. Mein erstes Referat in der Schule hielt ich natürlich über Spanien. In Spanien lernte ich schnell viele andere Spanier kennen, und abends wenn wir bei den Nachbarn eingeladen waren, guckte ich mit großen Augen die jungen Mädchen an, die in ihren tollen Röcken Flamenco tanzten. Meine ganze Jugend verbrachte ich jede Ferien in Spanien. Natürlich lernte ich auch die anderen Gebiete kennen, aber bei Oma und Opa war es immer am Besten. Noch heute habe ich die Ansage des Supermarktes im Ohr. Das ging immer so :Meeeeeeeercadohonaaaaaaa....

Irgendwann verkauften sie das Haus in Hannover und bauten eine kleine Finca bei Calpe aus. Warum ich das jetzt alles schreibe? Ich habe letzte Woche einen Flamencokurs begonnen. Ich freue mich jetzt schon auf die Augen meines Großvaters, wenn ich ihm die ersten Schritte zeigen kann. Ich mache diesen Kurs bei einer ehemaligen Klassenkameradin. Sie kommt aus Andalusien.

Letzten Dienstag war es nun endlich soweit. Direkt nach der Arbeit fuhr ich in den kleinen Hinterhof in der List. Dort befindet sich die Flamenco-Schule. Ein mittelgroßer bespiegelter Raum mit Madonnen erwartete mich. Elena (Lehrerin) begrüßte mich erfreut, und zeigte mir den kleinen Umkleideraum. Eine etwas dickliche Frau breitete sich mit ihrem volumösen Körper so aus, dass ich gerade auf dem Boden sitzend meine Hose und Schuhe wechseln konnte. Sie schwitzte jetzt schon. Sie zwang mir ein Gespräch auf, in dem sie mir mitteilten, dass sie schon einmal einen Wochenendkurs besucht hatte. Ich hasse Wochenendkurse. Als ich aus dem Räumchen trat, standen ca. 15 andere Mädels allen Alters vor mir. Elena legte gleich los. Aufwärmen war angesagt. Dank Yoga für mich nicht so ein großes Problem, da wir zeitweise auf einem Bein stehen mussten. Einige gerieten da ganz schön ins Taumeln.
Dann gingen die typischen Arm und Handbewegungen los. Dort bemerkte ich dann wieder meinen Schwachpunkt. Ich kann es einfach nicht koordinieren, wenn ich mich im Spiegel sehe, vor mir wer rummacht und die Lehrerin zu mir gewandt ist. Da bin ich immer etwas durcheinander und muss mich doppelt konzentrieren. Als dann noch die Beine dazu kamen....Es ging so lala, aber für die erste Stunde war es ok.
Mir wurde schnell warm, aber was um mich herum passierte erschreckte mich. Nach einer halben Stunden waren die ersten schweißgebadet. Und die hinter mir guckte mich erschrocken an und sagte: DAS IST JA SPORT!!!!

Ich weis nicht was die Damen sich vorgestellt haben, aber Tanzen ist immer Sport. Morgen geht es weiter. Ich bin gespannt.

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