Donnerstag, Juni 24, 2010

Die Berge

Das letzte Mal als ich in den Bergen war, war es bewölkt, neblig und etwas kalt. In ihrem vollen Glanze haben sie sich nicht gezeigt, obwohl ich die Berge nach vier unendlich langen Jahren vermisst habe. Ich habe eine Greencard bekommen, eine Greencard für unbegrenzte Aufenthalte in den Bergen. Nun war ich da, und sie winkten mir nicht in ihrer vollen Pracht.
Ein Zeichen?

Berge sind wie das Leben. Ganz oben wird die Luft dünn, und nur wenige schaffen es bis ganz an die Spitze, weil Ihnen vorher die Puste ausgeht. Es gibt Menschen die schleppen viel zu viel unnötigen Ballast mit nach oben, und merken unterwegs, wie sie sich von all den alten Dingen trennen müssen. Andere laufen leicht und unbeschwert bis nach oben, denn sie haben schon einige Erfahrungen oder sind mit dem was sie haben zufrieden. Aber wenn sie dann alle oben sind werden sie mit einem atemberaubenden Blick belohnt.

Für mich sind Berge Kraft, Schönheit der Natur und unendliche Freiheit. (kleine Ausnahmen wie z.B. Innsbruck). In Innsbruck hatte ich vor einigen Jahren mal Platzangst. Ich benutze es als Zeichen wie überwältigend die Natur ist. Als ob der Berg zu mir sprechen würde: Aufgepasst Silka, hier stehe ich und ich mache dir auch keinen Platz, dass du Luft bekommst, denn das musst du selber schaffen!
Dann gibt es doch fast keinen anderen Ausweg mehr, als einen Berg zu bezwingen. Und da sind wir wieder beim Leben.

Dann gibt es noch den Abstieg. Irgendwann muss man auch mal wieder runter, außer man ist ein Almöhi, der sich vielleicht gegen das Tal stellt. Aber in den meisten Fällen kommen alle wieder heile runter. Die Übermütigen, die zuviel wollen, dann vielleicht doch nicht.
Und da sind wir wieder beim Leben.

Bei Gewitter stelle ich mir immer vor, wie die Berge mit mir schimpfen. Vorher spüre ich immer eine gewisse Unruhe, die mir sagen will, irgendwas stimmt hier nicht. Und das ist eben dieses wundervolle Gefühl, wenn ich in den Bergen bin. Es ist das Gefühl sich zu spüren, mit all der Freude, Traurigkeit, Ausgelassenheit, Freiheit und Schönheit.
Diese Übermacht und das Empfinden die ganze Welt umarmen zu müssen.

Am Wochenende werde ich das erste Mal versuchen zu bouldern. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass das einfach sein soll, aber den Rat eines Milchschnittenwerbungsmenschen kann man nicht ignorieren.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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