Sonntag, Dezember 12, 2010

Sonntag, 3. Advent

Heute ist der 3. Advent, und heute liebe ich die Vorweihnachtszeit. Ich liebe es bei Kerzenlicht auf dem Sofa zu liegen und ganz viele sentimentale Filme zu sehen. Draußen schneit es, ich esse Lebkuchen und trinke Tee. Alles ist so ruhig und friedlich. Die Geschichten im Fernsehen lassen einen auf die große Liebe hoffen. Jedes Jahr kommen diese Hoffnungen und Gedanken, dass ich das nächste Weihnachten sicher nicht alleine auf dem Sofa liegen werde. Dann male ich mir aus wie es wäre frisch verliebt über den Weihnachtsmarkt zu gehen, einen Schneemann zu bauen und während die Schneeflocken vom Himmel fallen liegt man gemütlich unter der Wolldecke und kuschelt.

Und plötzlich wache ich auf und der Film im TV läuft immer noch, doch mich holt die Realität ein. Dort ist alles nicht so einfach wie in den ausgedachten Geschichten. Die Probleme lassen sich nicht mit einem Wiedersehen und einem bestimmten Dialog wieder gut machen, denn Menschen haben Gefühle, die sie über Jahre gepflegt und verinnerlicht haben. Sie fühlen sich in ihrer Unschuld schuldig für alels was passiert ist, und haben Angst bei genau diesem Glück eine eigene Familie zu gründen, diese auch wieder zu verlieren. Weil sie befürchten genau so wieder verlassen zu werden. Also lässt man das, und träumt jedes Jahr aufs Neue.
Wenn andere Meschen an den Feiertagen ihre Familie besuchen, habe ich schon längst an einem Abend alle gesehen. Es ist klein und schön, und jedes Mal wenn ich die Kirchenglocken läuten höre denke ich an Papa, Oma, Tante und an die Verwandten, die mich nicht mehr sehen möchten oder können. Ich liebe sie trotzdem irgendwie. Ich glaube es auf jeden Fall. Obwohl sie mich sehr verletzt haben, und mich nicht mehr sehen wollen weil ich eine Tochter von diesen Eltern bin. Die Eltern, die alles so gemacht haben wie es richtig war. Sie hatten nur ihren eigenen Kopf.

Dann hört es auf zu schneien, und da neue Jahr geginnt, und damit die Hoffnung auf viel Gutes und Neues.