Freitag, September 30, 2011

Vom Filtern und so...

Wenn ich eine Zeitschrift oder ein Magazin aufschlage kommt mir meistens immer das gleiche Thema entgegen. Alle greifen dieses Phänomen auf, obwohl es schon lange existiert. In den letzten zwei Jahren war es die Depression. Leider gewinnen diese Sachen immer erst die Aufmerksamkeit der Gesellschaft, wenn ein in der Öffentlichkeit stehender Mensch betroffen ist, oder wenn erst etwas schlimmes passiert ist.

Gestern habe ich diesen Artikel gefunden, der mich sehr bewegt und mir endlich alle meine Antworten auf die vielen Fragen gibt, die ich eigentlich schon mein ganzes Leben mit mir rumschleppe.

Ich glaube ich bin "Hochsensibel"! Meine Familie und Freunde, die mich mein Leben begleiten werden sagen: Ja, das bist du, aber das wussten wir schon. Der große Unterschied besteht aber darin, dass man sich selber versteht.
Seit ich denken kann fühle ich mich anders als andere und kann es nicht beschreiben. Ich sehe, denke und fühle Situationen viel eher und intensiver als meine Mitmenschen.
Beispiel: Ich komme in einen Raum und fühle mich sofort schlecht. Sobald ich das meiner Begleitung mitteile kommt der Spruch "Du spinnst doch, alles gut hier!"
Im Laufe des Tages stellt sich dann heraus, dass es einem Menschen im Raum nicht so gut geht.
Noch ein Beispiel: Ich als Kind beim Kinderturnen. Alle toben fröhlich in der Halle umher, nur Silli steht am Rand und will weg. Es ist alles so laut und viel und unübersichtlich. Was ich jedoch mit 4 Jahren bemerkte war, dass mein Turnlehrer beim Friseur war. Immer ein Lacher in der Familie. Jeder Mensch wird denken, wo ist da das Problem. Aber genau da ist das große Problem. Hochsensible können nicht filtern. Sie nehmen alles wahr, aber auch alles. Machen sich Gedanken um Dinge, die so unwichtig sind. Aber sie können einfach nicht anders. Warum das so ist, weiss ich noch nich. Ich habe mir heute sofort ein Buch besorgt. Dort habe ich schon gelesen, dass Kaffee, Teein etc. nicht gut ist. Das würde eine zusätzliche Überreizung verursachen. Mein persönliches Empfinden verfolgt das schon seit Jahren. Wenn ich nur einen Schluck Red Bull zu mir nehmen würde, wäre ich 1 Woche wach.

Warum dieses Thema jetzt in den Medien präsent ist kann ich noch nicht sagen, aber ich bin erleichtert, denn ständig als "Weichei" bezeichnet zu werden ist lästig.Vielleicht liegt es an der sich veränderten Welt, weil immer mehr Menschen zuviele Eindrücke wahrnehmen.
Irgendwie verstehe ich jetzt auch warum es kein Mann bisher mit mir ausgehalten hat. Wahrscheinlich entdecke ich viel eher als andere Partner wie der andere so tickt. Aber jetzt mit dem Wissen, dass es einfach so passieren darf weil ich so bin!

Montag, April 18, 2011

Mal so...

Die Gedanken kehren immer wieder zurück und suchen das Glück.
Du bist fremd und fern und doch so nah,
aber waren die Gefühle wirklich wahr?
Verbunden durch den Himmel den wir sehen,
und der Hoffnung das irgendwann die Wolken vor der Sonne weggehen,
um den vollen Glanz des Lichts zu erfahren.
Das erste Mal beten um eine tiefe Liebe im Herzen zu erstrahlen.

Donnerstag, April 14, 2011

Liebeserklärung an den FC St Pauli

Ich habe mir immer noch nicht die Pressekonferenz von Stani angeguckt. Ich traue mich einfach nicht, da ich weiß, dass auch bei mir Tränen fließen werden. Nun geht wieder einer, den ich noch als Spieler kennen gelernt habe. Es geht ein Stück aus der Mannschaft, die ich damals für mich entdeckt habe.

Es war einmal auf der Cebit, als ich von einem Telefonanbieter angesprochen wurde. Ich könnte doch eine Abifeier gewinnen. Mit einem erstaunten Blick erklärte ich dem Mitarbeiter, dass ich jenseits der 18 bin. Nächste Versuch von ihm: Kommen Sie doch zu einer Autogrammstunde vom FC St Pauli! Die sind gleich hier!
Da mein bester Freund alles sammelt was mit Sport und Fußball zu tun hat überlegte ich mir spontan dort hinzugehen. So bekam ich ein Poster und viele Autogrammkarten.

Doch plötzlich bei einem Spieler stockte mir der Atem. Er war wundervoll. Ja, ja liebe Männer, ich weiß jetzt dass ihr mit den Augen rollt, aber keine Frau kann mir sagen sie würde nur ins Stadion gehen um das Spiel anzusehen.

Ich fuhr also mit einer handvoll Autogrammen und einem Poster nach hause und setzte mich sofort vor den Rechner um die St Pauli Seite zu suchen. Ich stieß auf das „inoffizielle Fanforum“ und habe etwas getan, welches für den Verein und ihre Anhänger eigentlich überhaupt nicht üblich und in Ordnung war. Ich eröffnete einen Thread mit dem Titel „Wer war das?“ unter „Fußballgötter“!!! Dort wird sonst eigentlich nur wirklich über sportspezifische Themen diskutiert. Ich hatte einfach keine Ahnung und ging einwenig naiv an die Sache ran. Doch was dann passierte war einfach himmlisch. Sofort wurde reagiert, und ich bekam lauter Informationen. Es meldeten sich natürlich auch Leute, die mich beschimpften. Ich hätte da nichts zu suchen und mit Fußball hätte das nichts zu tun. Bei meinem Glück meldeten sich aber auch liebe Menschen, die bis heute zu meinem Bekannten- oder Freundeskreis gehören. Unter anderem meldete sich ein Bruder einer damals noch Spielerfreundin und versprach mir sich mal umzuhören. Am nächsten Tag kam sofort die Meldung „ Du warst Trainingsgespräch“. Ups, was habe ich denn da angestellt.
Es meldeten sich eine Menge Leute. Bei meinem ersten Besuch am Millerntor bekam ich sogar eine Führung durch die heiligen Hallen des Stadions. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter zeigte mir die Umkleidekabinen etc. Ich lernte einen lieben Kerl aus Hamburg kennen und verliebte mich langsam aber nur ganz langsam in ihn. Da der Vater damals ein Aufsichtsratmitglied war, durfte ich auch immer schön mit in den Kuchenblock und in den damaligen Ballsaal. Der Spieler wegen dem dies alles passierte lud mich mit meinem damaligen Freund dann sogar zum Grillen ein. Leider waren wir zu faul und nahmen die Einladung nicht an. Auch ein Fanclub hier in Hannover hatte die Aufregung im Forum bemerkt und schrieb fröhlich mit. Bis ich dann das erste Mal zu einem Treffen eingeladen wurde. Von da an ging ich mit zu dem berühmten Fanclubturnieren bei Arminia Hannover etc. Nur das mitspielen traute ich mich nie. Ich fuhr mit den Leuten zu den Heimspielen und die legendären Weihnachtsfeiern mit Schrottwichteln will ich heute auch nicht mehr missen. Nach kurzer Zeit schrieb mich sogar ein anderer Spieler der Mannschaft an ohne zu wissen wer ich bin und wie ich aussehe. Er lud mich zu einem Chat ein und so lernte ich einen weiteren Spieler kennen, der dort auch ab und an seine Freizeit verbrachte. Der eine half mir sogar über eine schlechte Zeit hinweg in dem er jeden Abend mit mir sprach. Er macht mir Mut und erzählte mir von seinen Erfahrungen. Er selbst galt als medienscheuer Kerl. Er wurde oft kritisch beäugt, doch ich wusste welch fantastischer Mensch er ist. Da er oft in Hannover war oder ist, machte er sogar mal einen Krankenbesuch bei mir. Sowas herzliches habe ich noch nie erlebt.

Dann waren da noch die Saisonabschlussfeiern. Dort war man der Mannschaft so nah, und wer einmal am Millerntor war und „Hells Bells“ gehört hat möchte nie wieder weg. Oder dieses Gefühl beim Pokalspiel wenn der Bayernbus vorfährt und das komplette Heiligengeistfeld anfängt „ St Pauli, St Pauli“ zu rufen, und die Leute die bereits im Stadion sind in die Fanrufe einsteigen. Für diese ganzen Erlebnisse liebe ich den FC St Pauli. Ich liebte die Spiele der zweiten Mannschaft hier in Hannover. Dort lernte ich einen so netten Menschen von den „Fanräumen“ kennen, der mich immer mit „Oh, die schönste Frau Hannovers“ begrüßt. Sowas ist immer schmeichelhaft. Das liebt eine Frau. Ich könnte noch unzählige Geschichte aufzählen warum ich diesen Verein so liebe, aber ich höre jetzt auf.

Und das alles wäre mir mit Sicherheit nie mit Hannover 96 passiert. Hier ist alles anders, und für das Anderssein liebe ich den FC St Pauli. Schüss, Stani!!! Abschiede gehören zum Fußball wie zum Rest des Lebens! Leider!

Montag, Februar 07, 2011

Und jetzt bin ich am überlegen....

...ob ich alles aufschreibe.

Samstag, Januar 08, 2011

"Frauen und Männer passen nicht zusammen-auch nicht in der Mitte"



Dieses bisher wunderbare Buch geschrieben von Malte Welding lässt mich nicht mehr los. Leider bin ich bisher nur sehr zaghaft mit dem Lesen vorangekommen, da ich nach dem Arbeitsalltag nur 6 Seiten jeden Abend schaffe, denn mir fallen die Augen zu. Heute Nachmittag habe ich den Fernseher ausgemacht und mich aufs Sofa gelegt um endlich weiter zulesen.

Schon im Intro bekam ich eine Gänsehaut, wie liebevoll er von seinen Haustieren spricht. Wie Malte ein Kannichen aus der Einsamkeit holte, und es dann vor lauter Liebeskälte (seinesgleichen) krank wurde. Erst als die Katze dazu kam, es wieder gesund wurde, und Gefühle für den neuen Mitbewohner entwickelte. Dieser Vergleich zwischen Tier und Mensch lässt einen Tränen in die Augen schießen. Doch sogleich auch ganz einfach verstehen, was wir alle brauchen: Liebe und Zuneigung unseresgleichen!

Dieses ewige suchen nach der Liebe und nach dem richtigen Partner. Es ist einfach anstregend, und man ist nicht alleine auf dieser Welt. Wenn man dieses Buch in den Händen hält fühlt man sich verstanden. Man fühlt sich nicht nur verstanden, sondern auch beruhigt und bestätigt. Und eins habe ich gelernt: Meine Ansprüche sind nicht zu hoch!
Ich spüre aufeinmal die Wahrheit, dass ich mich tatsächlich erstmal ordnen muss bevor ich den richtigen Partner finden kann, denn ich sehe mich ja noch nicht mal klar. Und ich glaube wirklich das man gleiche Eigenschaften und Interessen haben muss um sich auf Dauer zu lieben. Das Buch macht alles so klar. Ich bin selber verdeckt. Danke Malte für diese Erkenntnis.

Dann beschreibt er die verletzten Gefühle und ich möchte einen Satz zitieren:

Wir fürchten, sie könnten durch die Liebe beschädigt werden, und meiden daher die großen bösen Gefühle. Das ist Selbstmord aus Angst vor dem Tod.


Und dann erwähnt er noch das Lied von Pat Benatar, welches ich erst vor einigen Woche einmal richtig angehört habe.




Und die Krönung bisher ist ein Film,den ich mit meinem letzten Freund gesehen habe.
Es beschreibt die Verdummung unserer Gesellschaft in der Zukunft.



So, ich höre jetzt auf. Ich muss ganz schnell weiterlesen. Ich melde mich dann nach den nächsten hundert Seite.

Leute: Kaufen, kaufen, kaufen, kaufen! ich befürchte man bekommt wieder mehr Lust auf die Liebe. Aber die einfache Liebe. Ich habe das Gefühl man verkompliziert alles in dieser Gesellschaft. Lasst uns einfach wieder "einfach" werden.