Samstag, Februar 01, 2014

Auf Wiedersehen Martin Schmitt!

Und das meine ich wörtlich. Es wäre schön, wenn Martin als Trainer dem Skisprungsport erhalten bleiben würde, und nicht nur ab und an mal an der Schanze zu sehen wäre. Ich habe mir gestern keine Pressekonferenz oder ähnliches angesehen, da es tatsächlich komisch ist. Da beendet ein wichtiger deutscher Sportler seine Karriere, und ich kann mir das nicht ansehen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht in Willingen bin. Leichtes Verdrängen. Kennt ihr das? Da passiert eine Sachen, die euch nicht egal ist, und ihr könnt nicht sofort etwas dazu schreiben oder sagen, weil es euch beschäftigt? Keine Sorgen, ich habe nicht geweint oder den ganzen Tag daran gedacht, aber es hat mich jedes Mal wieder aufgewühlt, wenn ich etwas davon in den sozialen Netzwerken gelesen habe. Heute Morgen ist es also wieder etwas ruhiger. Es geht ein toller Sportler, der viel für den Leistungssport getan hat. Viele Nachwuchsspringer haben bestimmt wegen Martin mit dieser Sportart angefangen. Diese Sportart, die kein Freizeit- und Breitensport ist. Es ist nur schade, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist. Diese Ungeduld, dass Sportler nicht immer die gleiche Leistung bringen können, und auf dem Alter rumgehackt wird, ist nicht mehr auszuhalten. Manchmal hatte ich das Gefühl, vorallem die Leute, die zu Hause nur auf dem Sofa sitzen, sind die die am lautesten Blödsinn erzählt haben wie "Der muss aufhören, der bringt keine Leistung mehr, der ist viel zu alt".Irgendwann habe ich aufgehört Widerworte zu finden, da mich sowas aufregt. Ich arbeite auch für einen Sportverband, und weiss ganz genau wie schwer es ist, da die Konkurrenz im Hintergrund immer wartet. Diesen Menschen mit den überflüssigen Kommentaren sagte ich einmal, wie es wäre wenn man ihnen den Job kündigen würde, nur weil sie einen schlechten Tag hatten. Warum sollte jemand den Job kündigen, wenn er seine Aufgabe liebt und gerne ausübt? Welche Berechtigung haben die Anderen dem Sportler zu sagen wann Schluss ist? Mit großem Respekt habe ich am Anfang der Saison gesehen, wie er sich im Continentalcup versucht hat. Komisch ist es, dass im Wintersport nur selten der Trainer gewechselt wird. Im Fußball muss immer erst der Trainer gehen, wenn die Mannschaft keine Leistung bringt. Es ist gut, dass Martin jetzt für sich entschieden hat. Im Ausland sieht es wieder anders aus. Noriaki Kasai, Jahrgang 1972 aus Japan. Er springt, und springt, und springt und springt. Da beschwert sich keiner in Deutschland. Im Gegenteil, da findet die Masse einen "alten Herren" cool. Das passt nicht. Ich hoffe Schmitt hat in Willingen einen schönen Abschied. So langsam gehen die Skispringer aus, die ich kenne, aber die Zeit möchte ich nicht missen. Ich habe viele tolle Leute kennengelernt,ich habe mit Skispringen den Tod meines Vaters verarbeitet, und meine erste große Liebe in Wien getroffen. Das alles habe ich der Sportart und auch Martin Schmitt zu verdanken. Ich habe eine Umschulung in den Sport gemacht, weil mich dieser Ehrgeiz gepackt hat. Und manchmal muss ich mir jeden Tag immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass ich für den Sport arbeite, für den Nachwuchs und die Emotionen. Ich habe durch den Sport angefangen zu schreiben, und ich habe tatsächlich dieses Jahr 10 Jahre bloggen. Mein altes Blog musste ich damals löschen. Aber 10 Jahre!!! Alles Gute Martin! Danke!

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