Montag, März 10, 2014

Wann ist ein Fan ein Fan?

Meine Lieblingsband feiert 25 Jahre, und ich feier mit. Aber in welchem Umfang und in welcher Form? Muss man immer direkt dabei sein, um es zu erleben, oder kann man auch "Fan" sein ohne ständig auf dem Laufendem zu sein?

Ich behaupte, dass es geht. Dazu muss ich ein wenig ausholen.
Ich liebe die Musik. Sie ist Sauerstoff für mich. So lange ich denken kann hat mir die Musik immer geholfen und viel Spaß gemacht. Ich fühlte die Musik. Damals fing es mit Nena an. Ich konnte mich nie für Nena begeistern, aber ich stand mit Stift als Mikrofon vor meiner Schneewittchentapete und spielte "Nena". Sehr früh nahm ich mit dem flachen schwarzen Kassettenrecorder Musik auf. Ich hörte noch Benjamin Blümchen, als Musik schon eine große Bedeutung für mich hatte. Ich hasste Rolf Zuckowski. Das war mir als Kind schon zu albern. Genauso wie die Augsburger Puppenkiste. Ich mochte die zappelnden Figuren nicht, und den zu Wasser umfunktionierten blauen Müllsack schon gar nicht.
Später mit 13 waren wir jedes Ostern bei Bekannten auf einem Bauernhof. Wenn alle bei Kaffee und Kuchen saßen, habe ich in der Küche "Das Gelbe vom Ei" gehört.
Meine Kindheit wurde von vielen Bands geprägt. A-ha und Depeche Mode waren meine ersten Bands. Die ersten selbstgekauften Singles waren  Madonna "True Blue" und Europe "Final Countdown". Ich erinnere mich noch, dass ich mit meinen Eltern bei Realkauf in der Musikabteilung war.
Irgendwann fing ich mit Hip Hop an. Ich fuhr zweimal nach Priwall ins Zeltlager und lernte da  Breakdancer kennen. Meinen ersten Kuss bekam ich von einem Breaker im Zeltlager.
Ich hörte immer mehr Sachen wie Ice-T und 2 Live Crew. Die Popmusik und auch Rockmusik liebte ich aber weiterhin. Ich habe mich nie festgelegt. Dabei war ich auch nie ein Fangirl. Ich mochte New Kids on the Block, aber nie hysterisch. In meinem Zimmer hangen nie viele Poster, nur vereinzelte große wie z.B.Bob Marley. Diese großen Poster habe ich  im Baumarkt gekauft, oder bei einer Massenbestellung mit meinen Freundinnen. Kennt ihr die noch? Die Kataloge mit den Romantikbildern?

Ich mochte tatsächlich auch immer ein Bandmitglied, war aber nie so verliebt, dass ich unglücklich in mein Kissen weinte, und unbedingt auf Konzerte musste. Musik war immer und überall dabei, und ich konnte ín eine Traumwelt flüchten. Ich hatte immer den Traum selber auf der Bühne zu singen.

1993 war ich beim ersten Open Air Konzert in meinem Leben. Dort entdeckte ich die Fanta 4. Ich war sofort in Hausmarke verliebt. Ich holte mir ein Autogramm von Smudo. Die erste Kassette kaufte ich mir in Spanien auf dem Markt. Ich hörte sie rauf und runter, und noch heute kenne ich jedes Lied auswendig.
Aber mehr wollte ich nicht. Ich habe jedes Album mitgemacht, aber kein einziges Konzert besucht.
Ich suchte mir Jungs in meiner Umgebung, die so aussahen wie Michi Beck. Ich stand auf Skater und Breaker in meiner Umgebung.

Mein erstes Konzert war 2002, und es war Lenny Kravitz. Ab dem Zeitpunkt habe ich dann auch Konzerte besucht, und auch eine Menge Leute kennengelernt. Was ich aber eigentlich damit sagen will ist, dass ich die Musik liebe, und auch die Leute, die sie so wundervoll machen, aber muss ich immer dabei sein, um dabei zu sein? Ich sage: NEIN! Es gibt Bands, da fühlt man sich zu Hause, weil sie bestimmte Situationen im Leben leichter gemacht haben. Und dazu gehören auch Michi, Thomas, Andy und Smudo! Ich bin dabei!

Danke für Alles!